Was genau ist Cybermobbing?
Gibt es auch hier Opfer von Cybermobbing?
Warum machen das Menschen überhaupt?
Wie können sich die Opfer schützen?
Was mache ich, wenn ich zum Beispiel im Netzt gemobbt werde oder mir jemand Nacktfotos schickt?
Mit einem Fragenkatalog wurden die Polizisten Bettina Einberger und Alexander König an der DON BOSCO-Schule in Grafenau empfangen, die eine Woche lang zu dem hochaktuellem Thema Cybermobbing in den Klassen 5, 6, 7 und 8/9 referierten. Die interessierten Schülerinnen und Schüler erhielten tiefe Einblicke in das brisante Thema. Da jeder im Besitz eines Handys ist und sich täglich wie selbstverständlich im Netz bewegt, ohne dessen Gefahren zu kennen, wurde sozusagen ein Führerschein für das World Wide Web erarbeitet. Was kann ich, was darf ich, was sollte ich vermeiden, wie schütze ich mich, welche Daten gebe ich von mir Preis und ab wann ist etwas strafbar?

Beispielorientiert wurden diese Fragen beantwortet. "Dann kann das ja schon strafbar sein, wenn ich jemanden im Netz beschimpfe und das weiterleite?", folgerte ein Schüler. Die Jugendlichen diskutierten an Fallbeispielen, ob es sich um Cybermobbing handelt oder "nur" eine Beleidigung ist. Das Bewusstsein wurde präventiv gezielt geschärft, vorsichtig und bewusst mit der Eingabe und der Weitergabe von Informationen und Bildern umzugehen. Herr König las aus dem Strafgesetzbuch entsprechende Paragraphen vor. Entsprechende Fallbeispiele untermauerten diese und führten zu erhitzen Diskussionen. Die Tragweite der Konsequenzen wurde von dem ein oder anderem doch unterschätzt. Als die Beamten dann noch von Fällen aus der Region berichteten wurden es still, da die Schüler und Schülerinnen erkannten, dass Cybermobbing real, bedrohlich und gefährlich sein kann, keine Fiktion ist, sondern konkret statt findet und keine von erwachsenen heraufbeschworene Sache.
Erschütternd empfanden die Jugendlichen zusätzlich die Tatsache, dass jeder Dritte schon einmal im Netzt beleidigt wurde. Die Polizisten erarbeiteten mit den Klassen hilfreiche Strategien, wie man sich verhalten sollte, wenn man selbst betroffen ist oder jemanden kennt, der Hilfe braucht. Die Quintessenz war: "Wende dich an eine Person deines Vertrauens, sprich mit ihr und hole dir Hilfe!" Herr König formulierte: "Ihr könnt euch jeder Zeit an uns wenden, wenn ihr ein Problem habt oder Hilfe braucht, wie ihr euch verhalten sollt. Die Polizei ist für euch da."
Mit entsprechendem Filmmaterial, wurde das Thema in den Klassen weiter behandelt. Erschütternd war die Erkenntnis, welche möglichen psychische und körperliche Folgen Cybermobbing für die Opfer haben kann, wenn sie sich niemanden anvertrauen können und keine Hilfe einfordern um den Tätern Einhalt zu gebieten. Statistisch gesehen, vermittelte Frau Einberger, gibt es jährlich mehr Selbstmorde aufgrund von Cybermobbing, als Verkehrstote in Bayern.
Im Anschluss an die allgemeinen Gesprächsrunden standen die Polizisten auch im Einzelgespräch noch mit Rat und Tat zur Seite. Dankbar über die neu erworbenen Erkenntnisse verabschiedeten sich die Klassen von den Beamten in dem Bewusstsein, sich Hilfe bei offenen Fragen holen zu können.
Durch die präventive Arbeit wurde der reflektierte Umgang mit digitalen Medien nachhaltig geschult.

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