Wir holen den WORLD CUP zu uns in die Schule
- Ein Champion zu Gast in der DON BOSCO-Schule -
Am Mittwoch, den 23.02.11 fuhren wir, die Klassen 3 - 9 der DON BOSCO-Schule mit zwei Bussen nach Finsterau, um dort die Spitzensportler der Paralympics bei den Wettkämpfen hautnah zu erleben und tatkräftig anzufeuern. Bei unserem Besuch des World Cup hatten wir neben faszinierenden Eindrücken das Glück, Josef Giesen, einen beeindruckenden Mann, kennen zu lernen. Aufgrund einer Conterganschädigung hat er keine Arme, dennoch ist er ein erfolgreicher Biathlet. Umringt von einer neugierigen Schülerschar berichtete uns der mehrfache Medaillensieger aus seinem Leben, von seinem Werdegang, seinen Siegen und seiner Liebe zu seiner Sportart. Aufgrund unseres großen Interesses und der vielen offenen Fragen besuchte uns „unser Champion“ in der Schule. Josef Giesen schenkte allen Jahrgangstufen ein paar bereichernde Stunden. Der Biathlet gewährte uns durch seine offene Art und dem selbstbewussten Umgang mit seiner Behinderung ein paar ganz persönliche Einblicke in sein bewegtes Leben ohne Arme. „Wie können Sie Auto fahren?“, „Wie ziehen Sie sich an?“, „Wie essen Sie eine Leberkassemmel?“, wollten die Schüler zum Beispiel von Josef Giesen wissen. Er beantwortete uns alle Fragen ganz unbefangen und verriet uns seine Tricks, die ihm den Alltag erleichtern. Die Schilderung seiner Erlebnisse, ohne Arme zu schwimmen, Fußball mit dem 1.FC Bayern München zu spielen, einen verlängerten aufklappbaren Kamm für sich zu konstruieren und so erfolgreich zu sein, beeindruckte uns alle sehr. Als Highlight führte er uns sein speziell für ihn umgebautes Auto vor, das er mit seinen Füßen lenkt. Weiterhin erklärte er uns, wie er seine extra für ihn angefertigte Sportwaffe beim Biathlon bedienen kann. Voll Respekt schauten wir ihm zu, wie er uns ein Spezialautogramm mit seinen Fußzehen aufgeschrieben hat. Uns, wie alle Menschen ohne körperliche Behinderung, nennt der Skilangläufer ganz selbstverständlich „normal Behinderte“ und verdeutlichte uns, wie jeder durch seine Einzigartigkeit trotz möglicher Schicksalsschläge und individueller Einschränkungen das Beste aus sich herausholen kann. Durch sein Vorbild ermutigt, konnten ihm die Schüler der DON BOSCO-Schule nur beipflichten, dass es nicht darauf ankommt, was andere von einem denken und mit welchen Vorraussetzungen man geboren wird, sondern dass man an sich und seine Ziele glaubt und seine Fähigkeiten ausbaut. Dafür müsse man etwas tun, vermittelte unserer Ehrengast anschaulich, das Erreichen der eigenen Ziele erfordere viel Disziplin und Training, dies gelte genauso für das Lernen in der Schule. Er habe auch jahrelang zwölf mal pro Woche hart trainieren müssen, um all die Siege erringen zu können. Mit herzlichem Dank, tosendem Applaus und dem erweiterten Erfahrungshorizont verabschiedeten wir Josef Giesen.

Vera Jatsch